Temp 1: Paris

Mein erstes temporäres Atelier führte mich nach Paris. In der pulsierenden Kunstmetropole wollte ich nach Inspiration suchen und die Stimmungen in kleinen Aquarellen auf dem Hotelzimmer festhalten. Für Schwarz-Weiss-Aufnahmen hatte ich  diverse Camera Obscura-Dosen im Gepäck, auch die Diana-Lomo war dabei.

Schnell stellte sich heraus, dass es fast unmöglich ist, in einem relativ kurzen Zeitraum in einer Stadt wie Paris sein temporäres Atelier aufzuschlagen. Die Stadt erschlägt einen schier in ihrem Überangebot an Ausstellungen, Galerien usw. Lange Wege führten mich durch die Stadt, ich sog die Atmosphäre durchaus in mich auf – aber um diese dann wahrscheinlich eher im heimischen Atelier in neue Werke einfließen zu lassen.

Im Minihotelzimmer startete ich immerhin einen halbherzigen Versuch, ein kleines Aquarell zu malen – stark beeinflusst von Kupka, jedoch ebenso stark unterlegen…

Nach vielen Ausstellungsbesuchen (Kupka, Delacroix, El Lissitzky und Malewitsch, Centre Pompidou, Institute du Monde Arabe und Art Fair Paris im Grand Palais) fand ich in der Lomografie das geeignete Medium, die vielschichtigen Wahrnehmungsebenen in Mehrfachbelichtungen festzuhalten.

Die einzigen zwei Camera-Obscura-Abzüge zeigen – wenn auch im Pocketformat – die düster-schönen Seiten der Reise.

 

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Noch im Atelier: Vorbereitung

Schon lange treibt es mich hinaus aus meinem Atelier, um an anderen Orten die Atmosphäre, Stimmungen, Motive, Farben, Sounds und vieles mehr aufzunehmen und diese im Optimalfall gleich vor Ort in Arbeiten umzusetzen, damit der Eindruck möglichst unverfälscht zu neuen künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten führt. Aber auch das Mit-Nach-Hause-Nehmen von neuen Erfahrungen und Bildern, um im Atelier – auf AEG – mit der künstlerischen Arbeit weiterzukommen, ist wünschenwert.

Sinnvoll ist es natürlich auch, direkt am neuen Ort die Camera Obscura oder die Lomo auszupacken, um neue Motive vor die (teilweise nicht vorhandene) Linse zu bekommen.

Erfreulich ist es natürlich, zu einem Artist-In-Residence-Projekt eingeladen zu werden, doch warum im Elfenbeinturm sitzen und warten? Deswegen entschied ich mich, mein eigenes Selfmade-Artist-In-Residence-Projekt zu gestalten, Orte aufzusuchen, von denen ich mir etwas verspreche: Viel Inspiration, eventuell aber auch Ruhe und Abgeschiedenheit, …

Im Atelier, aus dem Fenster schauend, plane ich die ersten Minireisen, die mich hoffentlich bald in eine neue Art Workflow einsteigen lassen…